• idyllisches Wohnen im ländlichen Stil
  • Vollstationäre und Kurzzeitpflege
  • vielfältige Angebote zur Lebens- und Freizeitgestaltung
  • professionelle Pflege und Betreuung
Seniorenlandhaus Schwickershausen Ein Haus mit Atmosphäre

Konzept „Leben mit Demenz“

„Zentrale Säulen der gerontopsychiatrischer Pflege sind eine biographiezentrierte Versorgung, einfühlendes Verstehen, die Berücksichtigung individueller Gewohnheiten, ein besonderer Schutz der Grundrechte des Betroffenen und eine aktivierende Pflege.

Biographiezentrierte Versorgung

Jeder Mensch hat eine individuelle Lebensgeschichte. Biografiearbeit ist eines der wichtigsten Instrumente in der Dementenbetreuung, um das beobachtete Verhalten zu verstehen. Biographiearbeit ist das Erheben von Daten, Informationen, Erfahrungen, Erlebnissen, Gewohnheiten usw. aus dem Leben des Betroffenen und die Nutzung all dieser Daten für Gespräche, den täglichen Pflegeprozess sowie therapeutische Interventionen (z.B. Gedächtnistraining). Biographiearbeit ist also deutlich mehr, als das Erfragen des Lebenslaufes.

Die Ziele der Biographiearbeit sind:

  • ganzheitliche Sicht der Persönlichkeit
  • individuelle Gestaltung der Pflege und Betreuung
  • Verständnis für Verhalten des Betroffenen entwickeln (Erleichterung eines „einfühlenden Verstehens“)
  • Gefühl der Akzeptanz, Achtung und Wertschätzung vermitteln
  • Sicherheit und Geborgenheit geben
  • Stärkung des Selbstwertgefühles durch Resümee
  • Erkennen von Ressourcen (frühere Gewohnheiten)
  • Problemlösungsmechanismen (Coping) erkennen
  • Kommunikationsgrundlage schaffen
  • Erhalt und Förderung kognitiver Fähigkeiten

Als Basis der Biographiearbeit erfolgt im Rahmen der Heimaufnahme sowie während des gesamten Pflegeprozesses eine Informationssammlung zu folgenden Aspekten:

  • Lebenslauf (zeitlich, chronologisch)
  • Lebensgeschichte(n), Erlebnisse, prägende Ereignisse (positiv und negativ), Existentielle Erfahrungen des Lebens
  • Identität, soziale Rolle, soziales Umfeld
  • Interessen, Aktivitäten (beruflich, in der Freizeit), Beschäftigung
  • Lebensstil
  • Gewohnheiten, Vorlieben, Interessen, Abneigungen, Rituale in allen Bereichen des täglichen Lebens
  • Tagesablauf, Tagesstruktur
„Einfühlendes Verstehen“ – Zugang zur subjektiven (Er)Lebenswelt

„Einfühlendes Verstehen“, „Empathie“ bzw. „sich in die Lebenswelt der Betroffenen versetzen können“ sind in unseren Augen notwendige Schlüsselqualifikationen von Mitarbeiter für die Betreuung dementer Menschen. Ausgehend von der Annahme, dass sich die Orientierung (und mit ihr verbunden die Gefühlswelt) der Betroffenen mit zunehmenden hirnorganischen Veränderungen an einem Zeitstrahl mit wichtigen prägenden Ereignissen im Lebenslauf allmählich zurück entwickelt, versuchen wir, diese jeweilige Erlebenswelt des Betroffenen, also seine Realität zu erkennen. Wir versuchen, die Gefühle des dementen Menschen in dieser subjektiven Realität zu verstehen und das Verhalten zu erklären.

Außerdem bemühen wir uns, die uns zugedachten Rollen in dieser Realität einzunehmen und mit den Betroffenen zu interagieren. Ohne uns dem Konzept der Validation verschreiben zu wollen, identifizieren wir uns mit zahlreichen Aussagen der „Integrativen Validation“ nach N. Richard bezüglich des Umgangs mit den betroffenen Personen, z.B.

  • das Gesagte für gültig erklären
  • den Menschen mit seinen Äußerungen wertschätzen
  • ihn Ernst nehmen und so akzeptieren, wie er im Moment empfindet
  • Erspüren des gefühlsmäßigen Hintergrundes einer Handlung/Äußerung
  • Verbalisieren der Gefühle
  • Gefühls- und Antriebsäußerungen des Dementen akzeptieren - sie sind Ausdruck seines Lebensgefühls und seiner Biografie
  • kurze Sätze benutzen
  • keine Korrekturen von Aussagen des dementen Menschen
  • den Betroffenen nicht ausfragen und bloßstellen, keine W-Fragen (insbesondere keine Warum Fragen) stellen, wenn der Betroffene diese nicht mehr sicher beantworten kann
  • Interpretationen und Bewertung vermeiden
  • Körperhaltung und die Stimme der Pflegenden ist niemals drängend, sondern akzeptierend und zulassend
  • Rituelle Abläufe werden beachtet und in den Tagesablauf mit einbezogen.
Gewohnheiten in verschiedenen Bedürfnisbereichen beachten

Neben der Lebensgeschichte stellen frühere Gewohnheiten einen wichtigen Aspekt in der Dementenbetreuung dar. Die Berücksichtigung dieser ganz individuellen und bekannten Bräuche, Rituale, Abläufe, Gegenstände usw. gibt dem dementen Menschen Orientierung, Halt und Sicherheit.

Außerdem können Selbständigkeit und Fähigkeiten gezielt gefördert werden. Die aufgenommenen Daten werden in die Pflegeplanung mit eingebunden.

Umsetzung der Charta der Menschenrechte

Demente Menschen sind der besonderen Gefahr ausgesetzt, Einschränkungen ihrer Grundrechte zu erfahren. Deswegen betrachten wir es als besonders wichtig, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte „Charta der Menschenrechte von Heimbewohnern“, welche wir ausdrücklich begrüßen und unterstützen, in der Betreuung dementer Menschen umzusetzen.

Wichtige Aspekte hierbei sind:

  • Wahrung der Selbstbestimmung und Selbständigkeit
  • würdevolle Behandlung, Freundlichkeit, Wertschätzung
  • Vermeidung einer Konfrontation mit (kognitiven) Defiziten
  • einfühlendes Verstehen – sich in die subjektive Lebenswelt des Betroffenen begeben und diese akzeptieren, Verhalten versuchen zu verstehen
  • Schutz der Privat- und Intimsphäre
  • Diskretion und Verschwiegenheit, Datenschutz
  • Achtung des Eigentums und der Wohnung
  • Möglichkeiten zur selbständigen Beschäftigung und freien Bewegung
  • Berücksichtigung besonderer Bedürfnisse bzw. Probleme dementer Menschen (eingeschränkte Fähigkeit zur Willens- und Bedürfnisäußerung, erhöhter Bewegungsdrang, erhöhter Energie- und Flüssigkeitsbedarf, funktionelle Urininkontinenz, Angst und Unsicherheit, Desorientierung, vermindertes Selbstwertgefühl usw.)
  • Einbeziehung in Entscheidungen, Förderung der Willensbildung und Ermittlung der individuellen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse - im Rahmen der noch vorhandenen Möglichkeiten zur Selbstbestimmung
  • Ermittlung des vermuteten Willen des Betroffenen anhand dessen früherer Gewohnheiten und Lebensweisen, ggf. in Absprache mit Vertrauenspersonen / Betreuern – wenn dieser nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen kund zu tun
  • Beratung zu Fragen der Vorsorge- und Betreuungsregelungen, Fürsorge und Unterstützung bei der Regelung behördlicher und rechtsgeschäftlicher Angelegenheiten
  • Berücksichtigung aller Vorausverfügungen (z.B. Vollmachten, Patiententestament)
  • Verurteilung von körperlicher Gewalt und Zwang, wenn es nicht darum geht, eine akute Gefahr für das Leben abzuwenden
  • Regelmäßige, systematische Bewertungen des Risikos von Stürzen, Dekubitusentstehung, Mangelernährung und Dehydration, Schmerz
  • Planung der individuellen Pflege mit dem Betroffenen oder dessen Vertrauenspersonen nach seinem (vermuteten) Willen
  • Angemessene Tagesstrukturierung und Beschäftigungsangebote, Therapieangebote
(Re)Aktivierende Pflege

"Aktivierende Pflege" bedeutet gemäß Pflegeversicherungsgesetz: „Die Leistungen der Pflegeversicherungen sollen helfen, ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen" und weiter: "Die Leistungen der Pflegeversicherung sind weiter darauf auszurichten, die körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte des Pflegebedürftigen wiederzugewinnen und zu erhalten (aktivierende Pflege)" Im §28 Abs. 4 SGB XI heißt es zudem: „Die Pflege soll auch die Aktivierung des Pflegebedürftigen zum Ziel haben, um vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und, soweit dies möglich ist, verlorene Fähigkeiten zurück zu gewinnen.[…]."

Ziele:

  • Zur Selbständigkeit zurückführen und vorhandene Fähigkeiten erhalten:
    • Bewegungsapparat und Nervensystem trainieren, durch fachgerechte, individuell auf den Bewohner abgestimmte Mobilisation.
    • Motorische Handlungskompetenz und Handlungsablaufplanung durch Training von Alltagsverrichtungen erhalten
    • bei der Durchführung der festgelegten Pflegemaßnahmen auf das jeweilige Befinden eingehen sowie Wünsche des Bewohners berücksichtigen.
    • Eigenverantwortung und Selbstbestimmung des Bewohners respektieren und fördern
    • Angehörige mit in den gesamten Pflegeprozess einbeziehen
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Verhüten von Erkrankungen (z.B. Pneumonie, Dekubitus, Thrombose, Obstipation, Kontrakturen)

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